Die Helm-Azurjungfer - etwas besonderes in Tunsel?


Die Helm-Azurjungfer, Coenagrion mercuriale, ist eine Kleinlibellen-Art.
Die Europäische Union führt die Helm-Azurjungfer im Anhang II der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie auf. Dies entspricht einer der höchsten Gefahrenstufen.

In der Roten Liste der geführdeten Tier- und Pflanzenarten Baden-Württembergs wird sie als stark gefährdet eingestuft.

In Tunsel ist daher ein besonderes Schutzgebiete als Natura 2000 ausgewiesen worden für diese Tierart am Neugraben. Sie kommt aber auch außerhalb der kartierten Flächen vor.

Klein und blau-schwarz gezeichnet – das ist sie!


Die Helm-Azurjungfer ist am besten im Juli zu beobachten an den offenen Gewässeroberflächen die nicht beschattet werden. Das männliche Tier ist an seinem blau-schwarz gezeichneten Hinterleib zu erkennen! Ein markantes Merkmal ist die Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibsegment: hier ist ein Zeichen vorhanden, das an einen Merkur-Helm erinnert.

 

Projekte mit Walliser Schwarzhalsziegen

Mit der Walliser Schwarzhalsziege lassen sich gute Landschaftspflegearbeiten durchführen. Die Vermarktung des Fleiches und sonstige Nebenprodukte sind für uns zweitrangig. Von Bedeutung ist die sinnvolle Pflege der Grundstücke für die Lebensräume wilder Tiere und Pflanzen.

Projekt 1: Offenhaltung der Landschaft zwischen Bollschweil und St. Ulrich

Mit der Offenhaltung der Landschaft versucht man zwischen Bollschweil und St. Ulrich vereinfacht gesagt, die Vielfalt der reich strukturierten Eindrücke gegenüber der Langweile uniformer Waldlandschaft weichten zu lassen. Der stete Wechsel zwischen Wiesen, Weiden und Waldgebieten prägend den Weg von Bollschweil nach St. Ulrich. Das Weidegebiet gehört zum Naturpark Südschwarzwald und teilweise auch zum Landschaftsschutzgebiet "Landschaftsteile Horben-St. Ulrich". Zahlreiche Biotope betreffen diese Weideflächen und werden entsprechend erhalten auch für viele wilde Tiere und Pflanzen. Neben der Ziegenhaltergemeinschaft St. Ulrich wirken auch private Ziegenhalter mit.

Meine Walliser Schwarzhalsziegen gehören zum Bittersthof und sind im Bereich "Gütle" oft zu sehen. Die Walliserziege sind bescheiden und extrem anpassungsfähig an die Verhältnisse im Gebirge (Alpine-/Hochgebiergs-Ziegen). Sie haben im Bereich "Gütle" eine Ideale Weide mit Felsen, der "Möhlin" als Wildbach, vielen Bergwiesenpflanzen in einer Wald- und Wiesenlandschaft. Ziegen sind Mischfresser, d. h. sie verbeißen Sträucher und Bäume und nicht nur Gras. So tragen diese zur besseren Offenhaltung der Kulturlandschaft bei. Die Rahmenbedingungen, Bergwiesen und laufend nachwachsendes Gestrüpp, bieten beste Voraussetzungen, für das landschaftsschonende  beweiden mit Walliser Schwarzhalsziegen.

Felsen

Projekt 2: Münstertal/Schwarzwald

Nach wie vor ist die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor in Münstertal/Schwarzwald. Über 1000 Ziegen, die mittlerweile in Münstertal gehalten werden, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag neben Rindern und Schafen. Ohne den Einsatz der Grundstückseigentümer wäre das Münstertal längst verhurstet und verwaldet. Auch in Münstertal konnte man meine Walliser zeitweise antreffen.

Das Heuen an steilen Hängen ist zu aufwendig, die Landwirtschaft wurde teilweise aufgegeben und daher wuchsen diese bewohnten Täler immer mehr mit Brombeeren und Gehölzen zu. Das kurzfristige beweiden mit Wanderschäfer brachte nicht den gewünschten Erfolg gegen die Brombeeren, daher wurde eine länger andauernde Beweidung mit wenigen Ziegen angestrebt. Die Waliser Ziegen war damit auch Teil meiner Studie bei der auch eine Waldweide wiederbelebt wurde. Neben einer Bewertung des Experiments aus der Sicht des Naturschutzes wurde erforscht, ob die Weide bei den Besuchern gut ankommt und so die Attraktivität steigert. Nachhaltig wird die Fläche frei gehalten um Licht in das Tal zu bringen.

Projekt 3: Bewertung der Flächen in Tunsel

Für den bewirtschaftenden Schwarzwälder Bio- und Grünlandbetrieb war die extensive Landnutzung als Weide mit geringem Aufwand möglich, da teilweise Unterstande und die ziegensichere Einzäunung für diesen Betrieb schon bestand. Für die "Walliser" Ziegenhaltung ist das mildere Klima in der Rheinebene im Winter günstig und können so ganzjährig draußen gehalten werden. Die Weideflächen trägt aber auch zum Erhalt von wilden Pflanzen- und Tierarten bei (Wildblumen, Eidechsen, Libellen). Als Puffer und Ausgleichselemente in der Landschaft, um die Auswirkung der intensiven Nutzungen auf benachbarten Flächen aufzufangen und für eine Gewässerschutz (SchalVO) ist die Flächenfunktionen durch die Beweidung gut erfüllt. Genutzt werden die Flächen derzeit im Winter für Ziegen und im Sommer für die Heumahd.

Projekt 4: Böschungspflegemaßnahmen im Breisgau

Vom Landschaftserhaltungsverband des Landkreises Emmendingen wurde in Kooperation mit den Kommunen ein Entwicklungskonzepte für die Rebböschungen
erstellt Koordiniert durch das Landratsamt - Herrn Page. Diese Konzepte wurden vom Landwirtschaftsamt als Biotopvernetzungskonzepte anerkannt und sind seither auch Fördergrundlage für ausgewählte Böschungspflegemaßnahmen in den einzelnen Kommunen. Die Einführung einer Ziegenweide zur Böschungspflege kann aus naturschutzfachlicher Sicht positiv bewertet werden. Manche Böschungen dürfen z.B. nicht abgebrannt werden wegen des Auftretens des "Blaukernauges". Ein wesentlicher Maßnahmenbereich des Life-Projektes ist der Aufbau eines Biotopverbundes Borstgrasrasen und die Etablierung von Extensivweidesystemen auf bestehenden und aufgelassenen Weidfeldern. Dazu sind von den Landwirten aus dieser Region umfassende Entbuschungen durchgeführt und (ziegensichere) Zäune erstellt worden, um bestehende Borstgrasrasen mit anderen Offenlandlebensräumen wieder zu verknüpfen oder randlich zu erweitern. Stellenweise wurden auch brach gefallene Waldweidestrukturen durch die Einbindung in Weidesysteme wieder reaktiviert. Das "Malterdinger Modell" wurde sehr gelobte und der Artenschutz von seltenen Schmetterlingen und Kleintieren wurde berücksichtigt. Sehr interessant war diese zeitlich begrenzten Maßnahmen mit meinen Ziegen und Behörden.

Projekt 5: Grabenpflege am Neugraben in Tunsel

Die Beschattungen durch Bäume führen immer mehr zum ausbleiben von Libellen und dies wurde auch für meine Fläche ein Problem. Die Bestände von Helm-Azurjungfern wurden vor Jahren nachgewiesen durch die LUBW und nun wurden nur noch kleine Bestände vom Koordinator des Artenschutzprogrammes Libellen des Regierungspräsidiums festgestellt.

Am Neugraben/Seltenbach wurde daher vor Jahren bei einem Grundstück das mit Gehölzen bepflanzt war Entbuschungsmaßnahmen vorab durchgeführt. Darauf befindet sich ein FFH Schutzgebiet Natura 2000. Geschützt werden primär die Helm-Azurjungfer. Das freischneiden am Bach brachte für das Libellenhabitat wesentliche Vorteile und jährlich konnten auch immer mehr Libellenarten und größere Populationsbestände beobacht werden. Von dem 1000 m langen Schutzgebiet entlang von dem Graben sind bedauerlicherweise nur wenige Stellen für diese Libellenart als Habitat noch geeignet.

Projekt 6 Wasser

Freiwillig werden sich die wasserscheuen Ziegen zwar nie ins Wasser begeben, aber die Schwimmfähigkeit in der Not ist nicht die Schlechteste. Regen und Baden mögen Ziegen in der Regel auch nicht. Vor allem in der Schweiz oder für Schauziegen werden Walliser Schwarzhalzziegen gekämmt, gebadet und schöngemacht. Bei meiner Untersuchung ging es jedoch um die Trittschäden an den Ufern von Bächen. Verschiedentlich liegen die Weiden an Bachen und das tränken der Tiere aus dem Bach (Möhlin, Neumachen, Seltenbach) ist ortsüblich.

Eine Ziegenbeweidung hat gegenüber der Rinderbeweitung den Vorteil, daß weniger oder keine Trittschäden entstehen.

Projekt 7: Kombination verschiedener Tiere

Bezweckt wird auch derzeit eine wechselnde Weidenutzung auf einem Grundstück mit Ziegen und mit Rindern. Im Englischen spricht man von "mixed grazing". Da wo die Rinder nicht fressen oder wo die Rinder aufgrund der Gefahren nicht hin dürfen sollen die Ziegen Ihre Aufgaben erledigen. Um Konkurrenzen von vornherein zu vermeiden wird bisher eine Beweidung nacheinander vorgenommen.

Das Maul von Ziegen gleicht jenen von Schafen, sie beisen das Gras jedoch weniger tief ab, lieben es zu naschen, und gezielt die Blätter von Büschen abzufressen und Zweige anzuknabbern. Auch Pferde beißen das Gras ab und rupfen nicht. Rinder quetschen oder reißen mit ihrer Zunge das Gras ab und eignen sich vor allem für ertragreiche Weiden. Bei Rindern kommt es eher vor, dass über- und unternutzte Stellen sowie Weidereste entstehen. Indem man Rinder und Ziegen gemeinsam oder nacheinander grasen lässt, wird die Grasnarbe gleichmässiger abgefressen. Die Mischweide ermögliche es, sowohl die Dichte der Grasnarbe als auch die Produktivität der Weide zu erhöhen. Doch nicht nur das Fressverhalten spielt eine Rolle bei der Wahl der Tierart, sondern auch das Gelände. Für steiles Gelände eignen sich kleine Tiere besser als große und schwere Tiere.

Durch das abwechselnde Weiden von kleinen und großen Wiederkäuern tritt außerdem ein Verdünnungseffekt der Parasiten auf, das heißt, der Druck durch Parasiten werde kleiner, damit blieben die Nutztiere gesünder. Die spezifische Anfälligkeit der Tierarten gegenüber Parasiten setzt dem gemeinsamen Weiden auch Grenzen. Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasiten und nicht ein Ausrotten der Parasiten. Eine Immunität des Tieres gegenüber dem Parasiten kann sich nur ausbilden, wenn das Tier mit diesem in Kontakt kommt, ohne von einer zu großen Zahl überwältigt zu werden.

Verschiedene Versuche zeigen, daß sich Ziegen gut mit anderen Tieren vertragen. Probleme können durch gute Kombinationen auch im Stall gut gelöst werden.